Evangelisches Lyzeum

Evangelisches Lyzeum Evangelisches Lyzeum

Die ersten schriftlichen Erwähnungen von der Existenz einer Stadtschule in Kesmark stammen aus den Jahren 1383 - 1392. Es wird jedoch vorausgesetzt, dass der erste Typ dieser Schule – eine Pfarrschule – bereits ein Jahrhundert früher existierte. Mit dem Beginn der Reformation in Kesmark wurde die Schule nach dem Jahre 1531 zu einem evangelischen Gymnasium. Von 1787 bis 1852 entstanden neben dem achtklassigen Gymnasium akademische Klassen mit den Lehrstühlen der Philosophie, Rechtswissenschaft und Theologie. Die Schule bekam dadurch den Charakter eines Lyzeums.

Auf dem Gebiet der damaligen Slowakei gab es nur 4 Lyzeen. Erst nach dem Lyzealabsschluss konnte man im Studium an einer Universität fortsetzen. Im Jahre 1852 wurden die Lyzealklassen abgeschafft und die Schule wurde wieder zum Gymnasium.

Das erste Schulgebäude stand bei der Basilika des Hl. Kreuzes. In der Zeit der Gegenreformation wurde die Schule hinter die Stadtmauern ausgesiedelt. Eine gewisse Zeit befand sie sich in der Sakristei der Holzkirche und erst in den Jahren 1774 – 1776 wurde das Steingebäude gebaut. Das heutige Aussehen erlangte es durch die Aufstockungen des ersten und zweiten Stockwerkes im 19. Jahrhundert.

In Kesmark wirkten Lehrer und studierten Studenten aus dem ganzen Mitteleuropa. Viele von ihnen wurden bedeutende slowakische, deutsche, ungarische und serbische Künstler, Wissenschaftler und Politiker. Zu den bekanntesten gehörten die Literaten Jur Tesák Mošovský, František Kacinczy, Pavel Jozef Šafárik, Karol Kuzmány, Gebrüder Ján und Samo Chalupka, Samo Tomášik, Janko Kráľ, Ján Generisch, Jovan Sterija – Popovič, Jonáš Záborský, Pavol Orzságh Hviezdoslav, Ladislav Nádaši – Jégé, Martin Kukučín, Janko Jesenský, Martin Rázus, Ivan Stodola; Maler Peter Bohúň, Ladislav Medňanský; Politiker Emmerich Thököly, Artúr Görgey, Matúš Dula, Ärzte Daniel Fischer, Ľudovít Markušovský, Vojtech Alexander, Geographen und Historiker Dávid Frölich, Juraj Bohuš, Juraj Buchholtz der Jüngere, Kristián Genersich, Gebrüder Pavol und Ján Hunfalvy, Tomáš Mauksch, Samuel Weber; Philosophen und Ökonomen Gregor Berzeviczy, Ján Feješ, Martin Schwartner; Naturwissenschaftler, Physiker und Mathematiker Fridrich Hažlinský, Aurel Stodola, Jur Hronec und viele andere.

In dem Gebäude des Lyzeums befindet sich die größte historische Schulbibliothek im Mitteleuropa, die zusammen mit der Schule entstand. Sie umfasst 150 000 Bände aus allen möglichen Wissensgebieten in verschiedenen Weltsprachen.

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